Das Quartiersmanagement zu Besuch in Wien

Unser KlimaQuartier ist Modellprojekt des europäischen Forschungsprogramms UNLOCK15.
Das Quartiersmanagement war mit dem bauwärts -Team und Vertreter:innen der Augsburger Stadtverwaltung vom 11. bis 13. März auf Exkursion in Wien unterwegs. Als eines der Praxisprojekte untersuchen wir dabei die Idee der 15-Minuten-Stadt, also wie eine Stadt gestaltet sein muss, damit alle wichtigen Alltagsziele in kurzer Zeit erreichbar sind.

Vor Ort besuchten wir verschiedene Stadtteile und Projekte, darunter das „Supergrätzl“ in Meidling, die Seestadt Aspern, Ottakring mit der Sommeroase sowie das Sonnwendviertel und die Donauinsel. Besonders eindrücklich war, wie konsequent Wien den klimagerechten Umbau öffentlicher Räume vorantreibt: Entsiegelung, Begrünung und innovative Lösungen wie Pergolen und Kletterpflanzen prägen vielerorts das Stadtbild.

Ein zentrales Learning der Exkursion war, wie wichtig es ist, schneller ins Handeln zu kommen: Durch Ansätze des „taktischen Urbanismus“ werden Maßnahmen zunächst temporär und mit geringen Investitionen umgesetzt, getestet und gemeinsam mit der Nachbarschaft weiterentwickelt. Gleichzeitig wurde deutlich, wie dynamisch sich Anforderungen an den Stadtraum verändern, Planung und Umsetzung müssen daher flexibel bleiben und sich kontinuierlich an neue Bedürfnisse anpassen.

Wien zeigt hier eine klare Haltung: Straßenräume werden konsequent entsiegelt und begrünt, wo immer es möglich ist, Grünflächen werden geschützt und klimaresilient gestaltet, etwa durch robuste Gräser und Sträucher statt anfälliger Rasenflächen sowie durch Pergolen und Kletterpflanzen als alternative Schattenspender. Auch bei Superblocks und verkehrsberuhigten Straßen beweist die Stadt Mut: So genannte „Verkehrsversuche“ werden gezielt eingesetzt, um nicht nur Mobilität neu zu denken, sondern vor allem Aufenthaltsqualität, Sicherheit und Klimaanpassung schnell zu verbessern. Für uns bedeutet das konkret, Straßenräume durch sichtbare, sofort wirksame Veränderungen punktuell und schrittweise umzugestalten, nicht erst im Zuge langfristiger Umbaumaßnahmen.

Mit vielen Inspirationen und neuer Motivation kehren wir zurück. Und mit dem klaren Ziel, auch in unserem Quartier mutig und entschlossen an einer lebenswerten, klimaangepassten Stadt der Zukunft zu arbeiten, gemeinsam mit der Nachbarschaft, gemeinsam mit Euch!

weiterführende Links:
Supergraetzl Favoriten
Supergraetzl Favoriten
Verkehrsversuch
Sommeroase Hasnerstrasse
Sommeroase Hasnerstrasse


The neighborhood management visits Vienna

As part of the European research program UNLOCK15, the neighborhood management team, together with Bauwärts and representatives from the Augsburg city administration, went on a field trip to Vienna on March 11 and 12. As one of the practical projects, we are exploring the concept of the 15-minute city, that is, how a city should be designed so that all important daily destinations can be reached in a short amount of time.

While there, we visited various neighborhoods and projects, including the Supergrätzl in Meidling, Seestadt Aspern, Ottakring with its Sommeroase, as well as the Sonnwendviertel and the Danube Island. It was particularly impressive to see how consistently Vienna is driving the climate-friendly transformation of public spaces: de-paving, greening, and innovative solutions such as pergolas and climbing plants characterize the cityscape in many places.

A key lesson from the field trip was how important it is to take action more quickly: using approaches from tactical urbanism, measures are initially implemented on a temporary basis with minimal investment, tested, and further developed in collaboration with the neighborhood. At the same time, it became clear how dynamically the demands on urban space change; planning and implementation must therefore remain flexible and continuously adapt to new needs.

Vienna is taking a clear stance on this issue: street spaces are being systematically unpaved and greened wherever possible, and green spaces are being protected and designed to be climate-resilient—for example, by using hardy grasses and shrubs instead of vulnerable lawns, as well as pergolas and climbing plants as alternative sources of shade. The city is also showing courage when it comes to superblocks and traffic-calmed streets: Traffic experiments are used strategically not only to rethink mobility, but above all to improve quality of life, safety, and climate adaptation. For us, this means specifically redesigning street spaces on a selective and incremental basis—not just as part of large-scale redevelopment projects, but through visible changes that take effect immediately.

Mit vielen Inspirationen und neuer Motivation kehren wir zurück. Und mit dem klaren Ziel, auch in unserem Quartier mutig und entschlossen an einer lebenswerten, klimaangepassten Stadt der Zukunft zu arbeiten, gemeinsam mit der Nachbarschaft, gemeinsam mit Euch!